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Aberglauben im Mittelalter

Eng mit dem Aberglauben verbunden, war die mittelalterliche Auffassung von Esoterik: Als dem Wortursprung nach geheime Lehre (beziehungsweise "einem inneren Kreis vorbehaltene Lehre"), bewahrten esoterische Ansätze zum Teil Ideen aus der Antike, die zwar im Christlichen Mitteleuropa in Vergessenheit geraten waren, die jedoch im Islamischen oder Jüdischen Werte-Kanon erhalten geblieben waren. Ganz ähnlich verhielt es sich mit anderen, etwa vorchristlichen Bräuchen. "Esoterisch" wurden solcherart Ideen und Bräuche während des Mittelalters quasi "im Geheimen" auch neben dem offiziell maßgeblichen Christentum praktiziert, gepflegt und bewahrt – oder sie vermischten sich wie das Julfest nach und nach mit den Christlichen Gebräuchen.

Im Mittelalter verstand man darunter den verkehrten, vom richtigen (=christlichen) Glauben abweichenden "Afterglauben", der dann die Bezeichnung "Glauben" eigentlich gar nicht mehr verdient.

Heute ist damit auch ein Glaube an geistige Kräfte in der Natur und im Jenseits gemeint, der im Widerspruch zur allgemeinen Erfahrung und Wissenschaft steht, meist verbunden mit vielfältigen Versuchen, solche Kräfte und Wesen zu erkennen und zu beeinflussen.

Noch heute sind Spuren früheren Aberglaubens weit verbreitet, z.B. die Angst vor der Zahl 13 oder vor einer den Weg kreuzenden schwarzen Katze.

Den Grund für das Aufkommen von Aberglauben sehen viele in der Schwäche oder mangelnden Pflege des wahren Glaubens- oder der Sinngehalte einer Gesellschaft, zu der sicherlich wiederum diejenigen viel beigetragen haben, die sich über Aberglauben entrüsten oder amüsieren.

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